Löhne-Mennighüffen – In den landwirtschaftlich geprägten Feldern am nordöstlichen Bereich von Mennighüffen / Halstern, wo bisher der Ackersmann den Pflug führt und die Kühe grasten, plant Rot-Grün nun einen radikalen Eingriff.
Wurzeln in der Nazi-Zeit
Eine massive Veränderung des bisherigen offenen Ackerlands durch den Bau von Sozialwohnungen in Holzbauweise steht an. Mehrfamilienhäuser für jeweils 10 Familien sollen entstehen, errichtet von einer gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft, von einer Genossenschaft, die ihre Wurzeln in der Nazi-Zeit hat.
Die finale Entscheidung soll überstürzt bereits am 8. Oktober in einer Ratssitzung fallen – in einem Tempo, das Anwohner und Umweltschützer als „Eilverfahren“ brandmarken.
Im Planungsausschuss vom 2. Oktober wollten sich Rot-Grün noch nicht endgültig „in die Karten schauen lassen“. Augenscheinlich sollen im Rat vollendete Tatsachen geschaffen werden.
Aber Kritiker warnen schon jetzt vor der Schaffung eines „sozialen Ghettos“, das die soziale Struktur des bisher ruhigen Stadtteils deutlich verändern könnte. Bisher ist das Wohnumfeld ganz überwiegend von privaten Einfamilienhäusern geprägt.
Die Konzeptvorstellung im Planungsausschuss erfolgte durch die Grübbel Generalunternehmer GmbH aus Bad Oeynhausen gemeinsam mit der Bau- und Siedlungsgenossenschaft für den Kreis Herford eG (B&S) aus Bünde.
Die Fa. Grübbel ist ein regional tätiges Bauunternehmen mit dem Schwerpunkt des nachhaltigen Holzbaus. –
Die B&S, gegründet 1937 im >Dritten Reich<, verfügt bisher über rund 1.350 eigene Wohnungen im Kreis Herford und steht für billiges Wohnen.
>Begegnungsfläche< und >Quartiers-Anker<
Die bisheriger Freifläche soll umfassend mit Gebäuden versiegelt werden. Dabei spricht die Architekten-Poesie auch von einem „Quartiersanker“ und will eine soziale „Begegnungsfläche“ ausweisen.
Endgültiger Ackerbodenverlust
Umweltexperten kritisieren zudem den Eingriff in einer der „letzten offenen Flächen“ Mennighüffens, was dem NRW-Landesraumordnungsprogramm widerspreche, das „ländliche Pufferzonen“ und „Trittstein-Biotope“ schützen will.
„Holzbau mag CO₂-sparend sein, aber der Verlust von Ackerboden ist irreversibel“, so wird gewarnt.
In der kommenden Ratssitzung am 8. Oktober im Löhner Rathaus wird es dann zur Klärung der Frage kommen, in welche Richtung die Reise an der Brinkstraße gehen wird.

