Mittwoch, Februar 4, 2026
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Angst-Räume des Löhner Bahnhofs? Ein Experiment bei Tageslicht!

Die gute Nachricht zuerst – wie von der SPD bestellt: „Der Bahnhof in Löhne ist sicher.“

– Ganz auf den Spuren von Nobi Blüm {„Die Rente ist sicher!“}. Der hätte seine helle Freude. –
Zumindest dienstags um 17 Uhr – dann ist die Löhner Bahnhofswelt noch in Ordnung.
Zumindest in Begleitung des Bürgermeisters.
Zumindest, wenn auch das Ordnungsamt dabei ist.

SPD-Bürgermeister Antl

Herzlichen Glückwunsch – das Sicherheitsproblem ist damit gelöst.

Der Bürgermeister und sein Amt laden zum „Nightwalk“ am Dienstag, den 3. Februar, am späten Nachmittag um 17 Uhr.
Der Name „Nightwalk“ klingt nach Dunkelheit, Gänsehaut, Realität und unbequemen Fragen. –
Tatsächlich handelt es sich eher um einen Abendspaziergang mit Restsonne, politischer Eskorte und pädagogischem Unterton.
Wer hier Angst haben will, muss sich doch schon sehr anstrengen.

Experiment mit garantiertem Ausgang

Der städtische >Nightwalk< folgt einer klaren Logik:
Wenn man Bedingungen schafft, unter denen niemand Angst haben kann, lässt sich anschließend gut feststellen, dass es offenbar keinen Angstraum gibt (Angst nur bei bösen Realitäts-Fanatikern, die das anders sehen, die die dortige Kriminalität nicht verdrängen können).

17 Uhr. Gruppentreffen. Offizielle Begleitung. Vorab angekündigt. Von den Mainstream-Medien freundlich zubereitet und begleitet.

>Das ist kein Realitätstest – das ist eine Versuchsanordnung mit gewünschtem Ergebnis.<

Die Alternative:

Ein realitätsnahes Experiment wäre weniger komfortabel:

>>> Eine junge Frau. Allein. Gegen 23 Uhr. Im Bahnhofstunnel. <<<

Aber das wäre vermutlich dann doch zu ehrlich. Und vor allem: politisch riskant. Passt also nicht ins Konzept.

SPD meint: „Nur gefühlte Angst – nur gefühlte Probleme“

Zwischen den Zeilen schwingt eine vertraute Botschaft mit:
Die Angst der Frauen ist vor allem eins – ein Gefühl.
Und Gefühle, das weiß man ja, sind schlecht messbar, schwer belegbar und politisch lästig.

  • Dass es Straftaten im Bahnhofsbereich gibt? Verdrängt.
  • Dass Frauen bestimmte Orte meiden? Subjektiv.
  • Dass Sicherheit nachts anders empfunden wird als nachmittags? Ein Missverständnis.

Der >Nightwalk< will beweisen: Wenn man die Angst nicht ernst nimmt, verschwindet sie – zumindest aus den Pressemitteilungen.

Licht an, Problem aus?

Natürlich wird über Beleuchtung gesprochen. Über Sichtachsen. Über Gestaltung.
Als ließe sich Unsicherheit einfach „wegdesignen“ wie ein schlecht platzierter Mülleimer.



Warum fühlen sich Frauen hier unsicher – und zwar immer wieder, über Jahre, unabhängig von begleiteten Spaziergängen?

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Was fehlt, ist die unbequeme Frage:

Darüber zu sprechen würde bedeuten, Realität anzuerkennen. Und Realität ist schlecht für das Image.

Sicherheit zum Mitgehen

Am Ende bleibt ein Spaziergang, der vor allem eines leistet:
Er beruhigt.
Jedenfalls die Verantwortlichen.

Frauen dürfen mitgehen, Fragen stellen und „neue Perspektiven gewinnen“.
Die wichtigste Perspektive fehlt allerdings:


die Perspektive derjenigen, die nachts keine Wahl haben.

Der Bahnhof ist also sicher.
Zumindest, solange der Bürgermeister dabei ist.
Vielleicht sollte man ihn einfach dauerhaft dort abstellen.





















[Text:Redaktion; kiThemenfoto]

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