Montag, Juli 6, 2026
StartLöhneEndlich Transparenz! Hoher Krankenstand im Rathaus darf kein Tabu sein

Endlich Transparenz! Hoher Krankenstand im Rathaus darf kein Tabu sein

Der Krankenstand in der Stadtverwaltung Löhne entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Steuerungs- und Kostenfaktor. Die Löhner-Bürger-Allianz (LBA) hat deshalb für die nächste Ratssitzung eine umfangreiche Anfrage an den Bürgermeister eingereicht. Ziel ist es, erstmals eine umfassende und nachvollziehbare Darstellung der personellen Ausfälle, ihrer Ursachen sowie ihrer finanziellen Folgen zu erhalten.

„Eine leistungsfähige Verwaltung ist das Rückgrat einer funktionierenden Stadt“, erklärt die LBA. „Wenn immer mehr Beschäftigte krankheitsbedingt ausfallen, hat das zwangsläufig Folgen für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und letztlich auch für den städtischen Haushalt.“

Nach Auffassung der Wählergemeinschaft werden die Auswirkungen krankheitsbedingter Ausfälle häufig unterschätzt. Längere Bearbeitungszeiten, liegenbleibende Vorgänge, Überstunden der verbliebenen Beschäftigten, Vertretungsregelungen oder die Vergabe von Aufgaben an externe Dienstleister verursachten erhebliche Zusatzkosten. Gleichzeitig steige die Belastung der anwesenden Mitarbeiter, wodurch ein Teufelskreis entstehen könne.

Mit ihrer Ratsanfrage verlangt die LBA deshalb konkrete Kennzahlen. Die Verwaltung soll unter anderem offenlegen, wie hoch der durchschnittliche Krankenstand in den vergangenen fünf Jahren war, wie viele Krankheitstage insgesamt angefallen sind und welche finanziellen Belastungen dadurch entstanden sind. Darüber hinaus möchte die LBA erfahren, in welchen Verwaltungsbereichen besonders hohe Ausfallquoten auftreten und welche Ursachen die Verwaltung hierfür selbst sieht.

Von besonderem Interesse ist für die LBA die Frage, welche Auswirkungen die Personalausfälle auf den Bürgerservice haben. Müssen Bürger länger auf Genehmigungen oder Bescheide warten? Entstehen Rückstände bei wichtigen Verwaltungsverfahren? Welche Folgen ergeben sich für die örtliche Wirtschaft, wenn Entscheidungen verzögert werden?

Ebenso verlangt die Bürger-Allianz Auskunft darüber, welche Kennzahlen und Führungsinstrumente die Verwaltung überhaupt nutzt, um den Krankenstand zu analysieren und gegenzusteuern. Schließlich soll Bürgermeister Antl erläutern, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, wie deren Erfolg bewertet wird und welche konkreten Ziele zur Senkung des Krankenstandes verfolgt werden.

Nach Ansicht der LBA geht es nicht darum, einzelne Beschäftigte zu kritisieren. Vielmehr müsse die Verwaltungsspitze ihrer Führungsverantwortung gerecht werden. Ein dauerhaft hoher Krankenstand sei häufig auch ein Hinweis auf strukturelle Probleme – etwa bei Arbeitsorganisation, Personalbemessung oder Führungsstrukturen. Diese Zusammenhänge müssten offen analysiert werden, anstatt die Entwicklung lediglich zur Kenntnis zu nehmen.

„Gerade in Zeiten angespannter Haushalte kann sich die Stadt hohe Ausfallquoten weder organisatorisch noch finanziell leisten“, betont die LBA. Jeder Krankheitstag verursache Kosten und beeinträchtige die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Deshalb seien Transparenz, eine belastbare Datengrundlage und ein professionelles Gesundheits- und Personalmanagement unverzichtbar.

Die LBA erwartet, dass die Verwaltung die Fragen im öffentlichen Teil der nächsten Ratssitzung umfassend und kennzahlenbasiert beantwortet. Nur auf Grundlage transparenter Fakten lasse sich beurteilen, ob Handlungsbedarf besteht und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung langfristig zu sichern. [© KIFoto: Werrebote]

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