Donnerstag, Oktober 15, 2026
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Kontroverse um evangelische Kinder-Bibel-Woche

Löhne. Im Hauptausschuss der Stadt Löhne am 14. Oktober 2026 stand unter Tagesordnungspunkt 7 ein Antrag der Freien Evangelischen Christengemeinde Ebenezer zur Beratung. Die Gemeinde hatte einen städtischen Zuschuss für eine Kinderbibelwoche beantragt, bei der christliche Werte und insbesondere der Gedanke der christlichen Nächstenliebe vermittelt werden sollen.

Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Christian Antl (SPD) wollte den Antrag der evangelischen Gemeinde ablehnen. Deren Beschlussvorschlag lief auf eine Verweigerung jeder finanziellen Unterstützung hinaus. – Das stieß bei CDU, LBA und AfD auf deutlichen Widerstand.

Die Kritiker verwiesen darauf, dass die Stadt in der Vergangenheit durchaus Veranstaltungen anderer religiöser und weltanschaulicher Ausrichtung finanziell unterstützt hatte. Als Beispiele wurden Angebote der Jesiden sowie Veranstaltungen im Zusammenhang mit der sogenannten >Erdcharta< an der Ulenburg angeführt, deren weltanschauliche Grundlagen auch jesidische, hinduistische und buddhistische Bezüge aufweisen.

Dr. Hermann Ottensmeier von der Löhner-Bürger-Allianz (LBA) machte deutlich, dass eine Ablehnung des Zuschusses für die Kinderbibelwoche angesichts dieser Vergleichsfälle den Eindruck einer Diskriminierung christlicher Veranstaltungen erwecken würde. Eine solche Ungleichbehandlung sei nach Überzeugung der Löhner-Bürger-Allianz nicht hinnehmbar. Wenn die Stadt diverse religiöse und weltanschauliche Angebote unterstütze, müsse sie nachvollziehbare, neutrale und für alle gleichermaßen geltende Maßstäbe anlegen.

Ottensmeier sah in dem ursprünglichen Beschlussvorschlag zudem eine Fortsetzung einer politischen Entwicklung, die er kritisch bewertet.
Erst vor wenige Monaten habe die Stadt unter Unterstützung von Rot-Grün gezielt die christliche bzw. evangelische Ausrichtung der Löhner Grundschulen beseitigt. Heute nun ein weiterer Schritt in der Zurückdrängung christlicher Traditionen aus dem öffentlichen Leben der Stadt Löhne.

Im Verlauf der kontroversen Debatte änderten die Vertreter des rot-grünen Lagers ihre Haltung. Schließlich kam es – bei einzelnen Enthaltungen – zu einem einmütigen Beschluss zugunsten der Kinderbibelwoche. Damit wurde der Weg für den beantragten städtischen Zuschuss freigemacht.

Das positive Beschlussergebnis ist ein wichtiges Signal für die Gleichbehandlung religiöser Angebote. Eine Stadt, die Vielfalt und Toleranz ernst nimmt, muss auch christlichen Initiativen offen und sachlich gegenüberstehen.

Dass der Ausschuss am Ende eine gemeinsame Lösung fand, wurde von der Mehrheit der Hauptausschussmitglieder mit Beifall begrüßt. Doch bleibt die Frage, weshalb es überhaupt eines so deutlichen politischen Widerspruchs der bürgerlichen Parteien bedurfte, um die Verwaltung und Bürgermeister Antl (SPD) zum Einlenken zu bewegen.

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