Mittwoch, Februar 4, 2026
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Grausiges in Löhne

Ratsbeschluss legt angeblich alles lahm – nur nicht die Realität

  • In Löhne ist gar Gräußliches passiert, geradezu eine kommunale Apokalypse: „Ratsbeschluss legt Stadtwerke lahm“  titelt die Neue Westfälische am 19.12.2025.
  • Am nächsten Tag der gleiche grobe Hammer auf denselben Klotz: „Blockade mit Preisetikett“ (20.12.2025). –
  • Und weil über die Feiertage bei Lebkuchen, Gänsebraten und Silvestersekt der ein oder andere traumatisierte Leser vergessen haben könnte, wie schlimm die Lage ist, wurde noch einmal nachgekloppt:
  • Stadtwerke in Löhne lahmgelegt“ (NW 23.1.2026), so die Überschrift.

Wenn man sich stattdessen an der Realität orientiert, entsteht ein anderes Bild: Trotz dieser medialen Alarm-Superlative ist der Zusammenbruch der Löhner Infrastruktur bislang ausgeblieben.
Auch noch Wochen nach dem >schockierenden Ratsbeschluss< kam weiterhin frisches Trinkwasser aus dem Wasserhahn.
Und – man höre und staune – auch die Fäkalien finden nach wie vor unbeirrt ihren angestammten Weg Richtung des städtischen Klärwerkes.


Weder Notversorgung – noch Schlangen von Menschen mit Trinkwasserkanistern an herangekarrten  Tankwagen. – Kein Chaos, sondern unaufgeregte Normalität.

Selbst der Wintereinbruch (der entgegen allen gegenläufigen Klima-Prophezeiungen im Januar einsetzte) konnte die Mitarbeiter der Stadtwerke nicht daran hindern, ihren Streudienst auf den Straßen ganz manierlich zu versehen.
Fazit: Die kommunale Daseinsvorsorge zeigte sich (wenn auch nicht in den Gazetten) so doch immerhin der Realität – erstaunlich unbeeindruckt von der behaupteten „Lähmung“.

Quersubventionierung und Gebührenaufschlag – das ewige Tabu

Seit über zwanzig Jahren kritisiert die LBA die systematische Quersubventionierung des städtischen Haushalts durch völlig über überhöhte Brauch- und Abwassergebühren. Ebenso lange wird diese Kritik von SPD, Die Grünen, Linken, Verwaltung und den Stadtwerken konsequent ignoriert:

Diskussion? Unerwünscht!
Kostenbewusstsein? Überflüssig!
Effizienz? Verdächtig neoliberal!


Gespräche über Alternativen? Fehlanzeige. / Kompromissbereitschaft? Nicht einmal ansatzweise.
Die Maxime lautete jahrelang: Wir Rot-Grünen haben die Mehrheit – also machen wir, was wir wollen: Der Bürger muss es schucken!

Umso größer war die Verwunderung, als diese bewährte „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand“-Politik plötzlich nicht mehr funktionierte.
Das eigentliche Ereignis der Ratssitzung war nicht die Kritik an der bürgerfeindlichen Preispolitik, sondern das blanke Erstaunen der Rathaus-Ampel darüber, dass der Arroganz von Rot-Grün Grenzen gesetzt wurden. Dies böse Erwachen kam völlig unvorbereitet.

Der Monopolist will das Geld der Bürger!

Dass der Leiter der Stadtwerke, Matthias Kreft, nun erneut unter Beweis stellt, keinerlei Lehren aus dem Scheitern seiner permanenten Preiserhöhungspolitik ziehen zu wollen (NW, 19.12.2025), überrascht kaum.
Kurz bevor er Löhne am 1. April verlässt, hinterlässt er eine Strategie, die immer das eine Dauerziel hatte:

Überhöhe Wasser-Gebühren für den maroden Stadthaushalt = Quersubventionierung.

Rechtskonform? Mit Einschränkungen, ja. Aber vom Gesetzgeber gefordert? Keineswegs!

Dabei hielten die bürgerlichen Ratsparteien – CDU, AfD und LBA – es schlicht nicht mehr für zumutbar, dass der Monopolist „Stadtwerke Löhne“ den Bürgern Jahr für Jahr überhöhte Zwangspreise aufdrückt.

Denn anders als bei Strom oder Gas kann der Löhner beim Wasser nicht den Anbieter wechseln.
D.h.: Wer trinkt, zahlt. – Wer abspült, zahlt. – Wer die Toilette benutzt, zahlt –  >alternativlos< in Löhne

Kamillentee – Klassenkampf – Kanalgebühren  

Jedes Löhner Mütterchen, das sich einen Kamillentee aufbrüht, jeder Bürger, der seine Fäkalien vertrauensvoll dem städtischen Abwasserkanal übergibt, zahlt nicht nur die tatsächlichen Kosten, sondern dazu einen satten Aufschlag zur >Haushaltskosmetik<.

Die deutliche Sichtweise von Rot-Grün:

Der Bürger bleibt die zuverlässige Melkkuh im Würgegriff des städtischen Monopolisten!

Besonders pikant: Selbst jene politische Partei, die Linke (= vormals Honeckers SED), die sonst regelmäßig mit „Marx- und Engelzungen“ gegen „die bösen Monopolkapitalisten“ wettert, ist höchstselbst Krücke dieser unverschämten Monopol-Politik.
Das Ergebnis: sinkende Akzeptanz des linken Rathaus-Blocks, der auf die demokratische Entscheidung einer >Gebührenbremse< mit frühkindlichem Trotz und wilder Polemik reagiert.

Krokodilstränen fließen im Protzbau

Über Wochen widmete die NW dem Thema seitenlange Aufmerksamkeit – bebildert mit dem millionenschweren Stadtwerke-Gebäude.
An prominenter Stelle, gerne mit seinem Konterfei vor dem neuerbauten Protzbau, durfte sich der (Noch-)Betriebsleiter Kreft als Opfer inszenieren und dramatisch wehklagen.
Denn die bürgerlichen Ratsparteien waren nicht mehr bereit, immer neue Drehungen an der {Wasser-}Gebühren-Schraube mitzumachen.

Gebührenbescheide als persönlicher Abschiedsgruß für Löhner Bürger?

Nun kommt raus, dass Kreft bei der nächsten Ratssitzung mit unverändertem Ziel einen zweiten Anlauf nehmen will, die Löhner noch einmal zur Kasse zu bitten, quasi als persönlichen Abschiedsgruß.


Denn Herr Kreft nimmt in Bälde seinen Hut und zieht zum 1. April 2026 weiter nach Porta Westfalica. Offizielle Begründung: dort warte „eine spannende Aufgabe“.
Und gibt zu Protokoll: „Ich bin immer schon ein ruheloser Mensch gewesen.“ [NW 3.1.2026].

Der Frage, ob da jemand im Hintergrund >mit dem Scheckheft gewedelt< hat, wird nicht weiter nachgegangen…

Zurück bleiben die Löhner Bürger: alternativlos zahlungspflichtig und >bestens informiert< darüber,
dass die bösen Bürgerlichen die Stadtwerke lahm geschossen haben.

Alles „lahm“ – nur eben nicht die städtische Gebührenmaschine. Die läuft seit Jahren wie geschmiert!

[Spoiler-Warnung: Obacht! Der obige Text könnte Spuren von Ironie enthalten. Foto:KIThemenfoto]

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