Sonntag, April 5, 2026
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Nikolai Binner in Herford ausverkauft – grüne Warnung kommt zu spät


Herford. Noch bevor ein einziger Witz erzählt ist, steht fest: Der Auftritt des Berliner Comedians Nikolai Binner am 11. April ist bereits ein voller Erfolg – zumindest als Debattenevent. – Ausverkauft ist die Show in Herford nämlich schon, die Empörung gleich mit.

Das „Bündnis gegen Rechts im Kreis Herford“, örtliche Grüne und Linksaktivisten warnen vor dem, was da kommen könnte: „gesellschaftsschädlich, demokratiegefährdend, klimaschädlich, diskriminierend und böse“. Kurz gesagt: besser absagen oder verbieten, bevor jemand lacht – oder schlimmer noch, nachdenkt.
Unklar ist aber noch, ob es – angesichts der Osterferien – auch zu dem obligatorischen Sitzstreik – oder wenigstens zu einer Menschenkette rund um das Herforder Rathaus – kommen wird.

Die Kritiker verweisen auf Binners bisherige Karriere zwischen Provokation und Pandemie-Nachwehen. Von Binner wird kolportiert, er habe mit Blick auf Corona die Parole geprägt: „Impfen macht frei!“.
Im Übrigen gehe Bittner der Ruf voraus, er würde auch nicht anständig „gendern“. – Auch habe er Scherze über Annalena Baerbock gemacht.

Unterstützer wiederum entdecken ihre Liebe zur Meinungsfreiheit. Ein klassischer Kulturkampf also: Die einen sehen eine gefährliche nicht-woke Ideologie, die anderen einfach einen spassigen gesellschaftskritischen, unangepassten Typen am Mikrofon.

Dass Binners Auftritte andernorts schon mal abgesagt wurden, passt gut ins Bild – schließlich gehört zur modernen Comedy offenbar auch ein Tourplan mit eingebautem Drama. Der genaue Veranstaltungsort in Herford bleibt vorsichtshalber geheim. Spannung muss sein.

Medial wird das Ganze fleißig einsortiert: von „Neue Rechte“ bis „Cancel Culture“ ist alles dabei. Sicher ist nur: Humor ist hier längst Nebensache geworden.

Auch die Medien „Nuis“ und die „Taz“ [u.a. 12.9.2021] nehmen Stellung – je nach entsprechendem Wellenschlag. [KiThemenfoto]

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