Herford. Die Herforder Brauerei soll Ende August ’26 geschlossen werden. Nach Angaben der Haus Cramer Gruppe, zu der auch die Brauerei Warsteiner gehört, soll die Produktion am Standort Herford Ende August 2026 eingestellt werden. Rund 98 Beschäftigte sind von der Entscheidung betroffen.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit dem seit Jahren rückläufigen Bierkonsum in Deutschland sowie bestehenden Überkapazitäten innerhalb des Konzerns. Künftig soll die Produktion der Marke Herforder zentral am Standort Warstein gebündelt werden. Die Traditionsmarke selbst soll erhalten bleiben, allerdings nicht mehr in Herford gebraut werden.
Für die Region bedeutet die Entscheidung einen tiefen Einschnitt. Die Herforder Brauerei gilt seit Jahrzehnten als bedeutender Wirtschafts- und Identifikationsfaktor in der Stadt und der Region. Mit der Schließung verliert Herford einen traditionsreichen Industriestandort, der viele Generationen geprägt hat.
Auch der Standort Paderborn ist von den Umstrukturierungsplänen betroffen. Nach bisherigen Informationen sucht die Unternehmensgruppe dort nach einem Käufer. Sollte sich kein Investor finden, könnte auch in Paderborn Ende 2026 die Produktion eingestellt werden. Insgesamt wären damit mehr als 200 Arbeitsplätze in Ostwestfalen betroffen.
Kritik kommt unter anderem von der Gewerkschaft NGG. Diese spricht von einem Wortbruch, da es offenbar Zusagen zur Standortsicherung bis Ende 2028 gegeben habe. Für zusätzliche Diskussionen sorgt zudem, dass am Standort Herford erst vor kurzer Zeit noch erhebliche Investitionen vorgenommen worden sein sollen. [themenfotoki]

