Freitag, Juni 26, 2026
StartLöhneSchilderstreich soll enden: „An der Werrenbrücke“ wird umbenannt

Schilderstreich soll enden: „An der Werrenbrücke“ wird umbenannt

Manchmal braucht es seine Zeit. Nachdem das Straßenschild an der Einmündung der Brückenstraße in Gohfeld über längere Zeit für Verwunderung sorgte, ist nun Besserung in Sicht. Die gute Nachricht aus dem Rathaus: Das nagelneue Schild ist bereits bestellt.

Zu beobachten ist seit einigen Jahren, dass sich Rechtschreibung, Mathematik und selbst die Biologie im öffentlichen Diskurs zunehmend von festen Regeln lösen. Nicht mehr allein überprüfbare Tatsachen scheinen maßgeblich zu sein, sondern das persönliche Empfinden.

So wird etwa die Geschlechtszuordnung nicht mehr an primären oder sekundären Geschlechtsmerkmalen oder – wie wir es noch aus dem Biologieunterricht kennen – an der X- oder Y-Chromosomen-Konstellation festgemacht. Nach dem Willen des rot-grünen Gesetzgebers soll das subjektive Geschlechtsgefühl maßgeblich sein; somit kann man einmal pro Jahr sein Geschlecht tauschen.

Dem Mainstream ist damit nicht mehr wichtig, was objektiv richtig oder falsch ist, sondern was subjektiv empfunden wird. Das bekannte Prinzip des „Schreibens nach Gehör“ hat offenbar inzwischen sogar den öffentlichen Raum erreicht.

Ein Beispiel aus Löhne lieferte das Straßenschild „An der Werrenbrücke“. Aus der einen Werre-Brücke wurde kurzerhand eine geheimnisvolle Mehrzahl. Sprachwissenschaftler dürften noch einige Zeit benötigen, um herauszufinden, wie viele „Werren“ an dieser Stelle eigentlich gleichzeitig überquert werden sollen.

Besonders bemerkenswert: Der Fehler wurde mit bewundernswerter Konsequenz auf beiden Seiten des Schildes angebracht. Das spricht für eine sorgfältige Qualitätskontrolle – zumindest was die Gleichmäßigkeit betrifft.

Doch jetzt gibt es Entwarnung. In der Sitzung des Bauausschusses am 24. Juni 2026 teilte Amtsleiter Olaf Bokämper, zuständig für die städtische Verkehrsorganisation und Straßenverwaltung, mit, dass das neue Straßenschild bereits bestellt sei. Künftig wird dort wieder die traditionelle und sprachlich einwandfreie Bezeichnung „An der Werrebrücke“ zu lesen sein.

Damit endet eine kleine Posse, die gezeigt hat: Manchmal genügt ein einziger Buchstabe, um im Straßenbild für reichlich Gesprächsstoff zu sorgen. KIFoto © Werrebote

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