Löhner-Bürger-Allianz (LBA) fordert umfassende Lösung statt bloßer Verweise auf Eigeninitiative
LÖHNE. Die zunehmende Ausbreitung von Waschbären in Löhne entwickelt sich nach Einschätzung der Löhner-Bürger-Allianz (LBA) zu einem ernst zu nehmenden Problem. Die LBA will das Thema deshalb in der nächsten Ratssitzung zur Sprache bringen. In einigen Bürgergesprächen sei deutlich geworden, dass die betroffenen Einwohner die Situation zunehmend als große Belastung empfänden.
Besonders häufig werde von Waschbärensichtungen aus einigen Teilen Gohfelds berichtet, vor allem in Autobahnnähe und im Umfeld des Katzenbusches. Auch in Bischofshagen träten die Tiere verstärkt auf. Vereinzelt gebe es entsprechende Beobachtungen ebenfalls aus Mennighüffen.
„Das Auftreten der invasiven Waschbären ist in Löhne längst kein Randproblem mehr“, meint Dr. Hermann Ottensmeier. Die Zunahme der Waschbärenpopulation habe in einigen Bereichen mittlerweile den Charakter einer regelrechten Landplage angenommen. Neben der unmittelbaren Begegnung mit den Tieren sorgten vor allem mögliche Schäden an Gebäuden, Grundstücken und Gärten für Unmut bei den betroffenen Bürgern. Die Hinterlassenschaften der Waschbären seien mit gesundheitlichen Risiken verbunden – insbesondere auch für spielende Kinder. Aber auch Katzen, Hunde und Weidetiere seien gefährdet. Waschbären-Parasiten, wie z.B. der Waschbärspulwurm, könnten menschliche und tierische Nerven und Organe befallen und erheblich bzw. lebensgefährlich schädigen.
Nach Auffassung der LBA reicht es nicht mehr aus, die Einwohner lediglich auf ihre Eigeninitiative zu verweisen. Wer mit einem zunehmenden Waschbärenbestand konfrontiert sei, benötige mehr als allgemeine Hinweise zum Umgang mit den Tieren. Erforderlich sei vielmehr eine abgestimmte, wirksame Strategie, die über einzelne private Bekämpfungsversuche hinausgehe.
Stadt soll gemeinsam mit der Kreisjägerschaft handeln
Die Löhner-Bürger-Allianz fordert deshalb, dass die Stadt Löhne das Problem systematisch angeht und dabei die Kreisjägerschaft als fachkundigen Partner einbezieht. Ziel müsse es sein, die Situation genauer zu erfassen, die betroffenen Gebiete zu identifizieren und geeignete Maßnahmen für einen wirksamen Umgang mit der weiteren Ausbreitung zu entwickeln.
Dabei gehe es der LBA nicht um unüberlegte Einzelaktionen, sondern um ein koordiniertes Vorgehen, das die rechtlichen Vorgaben und die fachlichen Möglichkeiten berücksichtigt. Auch die Frage, welche Maßnahmen auf kommunaler Ebene sinnvoll und umsetzbar sind, müsse geprüft werden.
Mit der Thematisierung im Stadtrat will die Bürger-Allianz erreichen, dass die Sorgen der betroffenen Einwohner ernst genommen und nicht vom Tisch gewischt werden und die Stadt gemeinsam mit den zuständigen Fachleuten nach tragfähigen Lösungen sucht.
Die zentrale Forderung der LBA lautet daher: Die Waschbärenproblematik darf nicht länger als Angelegenheit einzelner Grundstückseigentümer behandelt werden. Wenn sich die Ausbreitung in mehreren Ortsteilen verstärkt, ist aus Sicht der Bürger-Allianz ein abgestimmtes kommunales Vorgehen erforderlich.

