Samstag, Juni 27, 2026
StartLöhne10.000 € verpulvert - für „Leuchtturm“ hinterm Gohfelder Kriegerdenkmal

10.000 € verpulvert – für „Leuchtturm“ hinterm Gohfelder Kriegerdenkmal

Wenn es um die dramatische Finanzlage der Kommunen geht, sind die dramatischen Klagelieder von SPD, Grünen und Linken nicht zu überhören: Bund und Land seien schuld, die Städte stünden mit dem Rücken zur Wand, die kommunalen Kassen seien leer. Kaum eine Gelegenheit vergeht, bei der nicht vom kommunalen Finanzkollaps gewarnt wird.

Vor Ort herrscht eine ganz andere Mentalität: In Löhne handeln die gleichen Parteien nach dem Motto:

> Besser Schulden – als gar kein Geld! <

Im Bauausschuss am 24.6.2026 stimmte die rot-grüne Mehrheit gemeinsam mit den Postkommunisten (die sich z.Zt. nicht mehr SED, sondern Linke nennen) dem SPD-Antrag zu, ein fast vergessenes ca. 50 Meter kurzes verschlafenes Sträßlein in eine angebliche >Ost-West-Radverkehrsachse< einzubeziehen.

Kurios wird es beim Blick auf eine der beschlossenen Maßnahmen: Für rund 10.000 Euro soll, so die Forderung der Spezial-Demokraten, die Fahrbahndecke des Weges „Im Kruge“ geteert werden: Eine winzige Straße im „toten Winkel“ von Weihestraße und Löhner Straße.

Tapfer hoben dafür auch die Grünen ihre Hand, die gleichen Grünen, die bei jeder anderen Gelegenheit, vor einer bösen Versiegelung und Asphaltierung der Landschaft warnen.

Wer die Örtlichkeit kennt, reibt sich verwundert die Augen. Die Straße ist für den allgemeinen Autoverkehr gesperrt und wird nach Beobachtung der Nachbarn kaum genutzt – oftmals von nicht mehr als vier oder fünf Personen täglich.

Gerade in Zeiten klammer Kassen stellt sich deshalb die Frage nach den Prioritäten. Während an vielen Stellen Geld für notwendige Sanierungen, Schulen, Kindergärten oder die maroden Straßen fehlt, werden ausgerechnet in eine kaum genutzten Weg 10.000 Euro hineingepumpt.

Dabei sind es genau dieselben politischen Kräfte, die regelmäßig den enormen Schuldenberg der Kommunen beklagen und höhere Finanzzuweisungen fordern. Wer jedoch glaubwürdig mehr Geld verlangt, sollte zunächst zeigen, dass mit den vorhandenen Mitteln sorgfältig und verantwortungsbewusst umgegangen wird.

Niemand bestreitet, dass Radverkehr gefördert werden sollte. Doch nicht jede theoretisch denkbare Maßnahme ist automatisch auch wirtschaftlich sinnvoll. Öffentliche Gelder sollten kein Selbstbedienungsladen für SPD-Symbolpolitik sein.

Der Fall „Im Kruge“ zeigt beispielhaft, warum viele Menschen den politischen Beteuerungen zur Haushaltsdisziplin zunehmend skeptisch begegnen. Über leere Kassen zu klagen und gleichzeitig Geld für Maßnahmen mit fragwürdigem Nutzen auszugeben, passt einfach nicht zusammen.

Vielleicht beginnt solide Haushaltspolitik nicht erst mit rot-grünen Forderungen an Bund und Land – sondern mit einem kritischen Blick auf die eigenen Beschlüsse vor Ort. © Fotos Werrebote

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